Lange Beziehung : 3 Tipps, wie du deine Beziehung positiv gestalten kannst.

….und wie du sie in deinem Alltag einbauen kannst !

Es scheint eigentlich nicht schwierig zu sein, eine glückliche Beziehung zu führen. Jedoch haben Paartherapeuten immer mehr Arbeit und Beziehungen haben immer mehr Schwierigkeiten eine gesunde Basis aufzubauen. Trennungen gehören leider zum Alltag und es wird nur noch wenig Zeit und Kraft für eine funktionierende Beziehung investiert. Doch es gibt sie noch. Irgendwo zwischen enttäuschenden Erfahrungen, Verzweiflungen und Sackgassen der Emotionen. Die Liebe, um die es sich zu kämpfen lohnt. Dieser eine Mensch, ohne den wir einfach nicht leben möchten und am liebsten alles in die Wege setzen, damit alles gut geht. Damit die Liebe nicht stirbt und man gemeinsam als altes Ehepaar auf einer Parkbank sitzt und rückblickend feststellt, dass man es irgendwie doch geschafft hat.

Und eigentlich ist es nicht wirklich schwierig eine Beziehung auf Überlebensdauer zu trainieren. Man sollte sich nur ein paar Regeln in der Partnerschaft aufstellen – und sich natürlich auch im Alltag daran halten. Um es nicht so weit kommen zu lassen, dass man keinen Ausweg mehr sieht und der Trennung nur noch durch eine Paartherapie entgehen kann, gibt es hier drei einfache Tipps, die man in seinen Beziehungsalltag einbauen kann um die Liebe nicht mehr auf Sparflamme zu halten.

Angewohnheit 1

Gespräche führen / miteinander reden / kommunizieren

Das gute alte Gespräch verliert in heutigen Beziehungen leider immer mehr an wichtigem Wert. Überall wo man hinsieht, sei es in S-Bahnen, Bussen, Restaurant, oder sogar in der Arbeit, sieht man nur noch Menschen, die mit ihren Smartphones fest in der Hand beschäftigt sind. Diese Art von Beschäftigung hat sich leider in den letzten Jahren immer weiter zum Trend entwickelt und die Gesellschaft wird sich über die Konsequenzen nur bedingt bewusst. Klar, gehört ein Handy dazu. Ohne Smartphone fühlt man sich regelrecht nackt. Aber man wenn man in einer Beziehung ist, sollte man den Konsum des Smartphones, auf die Zeit alleine beschränken. Wenn man also mit seinem Partner gemeinsame Zeit verbringt, sollte man im Stande sein, sein Handy entweder auf die Seite (natürlich lautlos) zu legen oder wer das nicht kann, sollte es doch besser ausschalten. Denn es ist wichtig, dass man in der Zeit, die man mit seinem Partner gemeinsam verbringt, die Aufmerksamkeit voll und ganz der Partnerschaft schenkt.

Weißt du noch, wie es sich anfühlt, deinem Partner, bei einem tiefsinnigen Gespräch, in die Augen zu schauen? Kennst du noch seinen Gesichtsausdruck, wenn er versucht, dir einen Witz lustiger zu erzählen, als der Witz eigentlich tatsächlich ist?

Hast du noch dieses aufregende Gefühl, wenn du gerade etwas erlebt hast, und du kaum abwarten kannst, es ihm persönlich zu erzählen? Wann hat er dir das letzte Mal den bedeutenden Satz „Ich liebe dich!“ gesagt, und dir dabei in die Augen geschaut? Werden wichtige Gespräche hauptsächlich nur noch über WhatsApp und Co. „besprochen“?

Wenn du nun gemerkt hast, dass es schon eine Ewigkeit her ist, dass ihr ein einfaches Problem gemeinsam und persönlich gelöst habt, dann wird es JETZT höchste Zeit, an eurer Gesprächskultur zu arbeiten! Sonst sieht eure gemeinsame Zukunft miteinander nicht gerade vielversprechend aus!

Sorgt dafür, dass, während eurer gemeinsamen Zeit, die Smartphones auf lautlos oder ausgeschaltet sind. Seht und spürt, wie sich ein Vakuum für Gespäche bildet. Wenn kein Handy zwischen euch ist, entsteht Raum für Zweisamkeit. Natürlich sollten auch Fernseher und andere Telekomunikationsmittel. ausgeschaltet bleiben.

Interessiert euch für den Tagesablauf des jeweils Anderen. Ein einfaches „Schatz, wie war es in der Arbeit?“ kann wahre Gesprächswunder wirken. Es ist wichtig sich auch über die Arbeit zu unterhalten. Denn man verbringt dort die meiste Zeit des Tages, und es ist selbstverständlich, dass man dem Ärger oder der Freude, die man dort erlebt, auch jemandem mitteilen kann. Auch wenn man niemanden kennt oder nicht das gleiche Fachgebiet hat, kann man trotzdem offen für die Rede-Bedürfnisse des Partner sein.

Setzt euch gegenüber, oder schaut euch bei Gesprächen in die Augen. Somit kannst du auch die Emotionen erkennen, die sich beim Gesagten entwickeln. Ihr bekommt die Chance die Musik zwischen den Zeilen zu erkennen. Euren Gefühlen Worte zu schenken.

Man bekommt mit, welche Gefühle hinter den Aussagen stecken. Ob du traurig, verärgert oder glücklich bist, kannst du durch deinen Gesichtsausdruck und deine Stimmlage ausdrücken. Dein Partner fängt an, deine Geschichte zu verstehen.

Durch ein tiefes, interessantes Gespräch werdet ihr wieder die echte Verbindung spüren, die zwischen euch existiert. Eure Beziehung wird sich festigen, ihr werdet eine eigene Gesprächskultur entwickeln und wieder mehr Vertrauen zum Partner spüren. Ihr werdet eine Verbundenheit aufbauen und wisst, dass ihr euch aufeinander verlassen könnt, wenn es darum geht ein Problem anzusprechen oder um Rat zu fragen. Dadurch wird die Beziehung auf emotionaler Ebene starkt und eure gemeinsame Zeit wird auf einer besonderen Art intensiviert. Durch das neue Beziehungsklima, dass ihr erreichen werdet, ohne Ablenkung, habt ihr die Möglichkeit, auch Anliegen, die euch Beide betreffen, zu besprechen. Probleme gemeinsam zu lösen, und Missverständnissen aus dem Weg zu gehen. Mit der Zeit werdet ihr die positive Veränderung bemerken. Nun müsst ihr nur noch stark genug sein, diese Gewohnheit auch durchzuhalten. Denn wenn du deinen Partner liebst, dann sollte der Verzicht einer Ablenkung eigentlich nicht so schwierig sein.

Angewohnheit 2

Berührungen austauschen / Sexualität erleben

In vielen Beziehungen kommt es nach einigen Monaten oder Jahren leider vor, dass Berührungen und die Sexualität auf der Strecke des Alltags verloren gehen. Leider. Denn auch dies ist eine überlebenswichtiger Punkt, der in einer erfüllten Beziehung auf gar keinen Fall fehlen darf. Denn ohne Berührungen oder Sex mit dem Partner, verliert die Beziehung an Tiefe und an Verbindung.

Jede Beziehung bedeutet Arbeit. Dessen sind sich die meisten Paare sicherlich bewusst. Jedoch haben sie oftmals nicht den nötigen Mut, diese Arbeit anzunehmen, um eine positive Veränderung zu erreichen. Einfacherweise sitzt man lieber abends zusammen auf dem Sofa, mit den Handy in der Hand und vertieft sich in die neuesten „Likes“ seines letzten Selfies. Und mit der Zeit glaubt man, dass der Partner mit der Situation genauso „zufrieden“ ist und lässt alles wie gewohnt laufen ohne dabei an die schwerwiegenden Folgen für die Beziehung zu denken.

Und die Folgen sind statistisch leider auch bewiesen:

Jede dritte Ehe wird auf Grund von Fremdgehen und zu wenig Leidenschaft geschieden. In Beziehungen sind die häufigsten Trennungsgründe natürlich auch zu wenig Sexualität und in Folge dessen zu wenig körperliche Nähe zu dem Partner.

Und dies passiert so schleichend, dass viele Paare in der Paartherapie landen und es nicht einmal bemerkt haben, dass sie sich voneinander entfernt haben.

Also warum werden wir uns den Folgen nicht JETZT bewusst und fangen an uns einander wieder näher zu kommen? Wenn du eine dauerhafte Beziehung mit deinem Partner beabsichtigst, und bereit bist an eurer Liebe zu arbeiten, dann solltest du die Ärmel hochkrempeln anfangen an deiner Beziehung zu arbeiten – denn von nix, kommt nix!

Du darfst das Thema Sex in deiner Partnerschaft auf gar keinen Fall zur Seite schieben! Es darf nicht zum Alltagsprogramm werden und du solltes ab und zu mit deinem Partner eine Aktualisierung in Sachen Wünschen und Vorstellungen vornehmen. Es gilt, immer auf dem Laufendem zu bleiben in Sachen Sexualität.

Es ist ja nicht so, dass wir dafür keine Zeit hätten- oder keine Lust. Denn für andere Dinge nehmen wir uns schließlich auch genügend Zeit. Wir sind auch nicht zu müde oder zu gestresst. Die Sache ist die, dass wir einfach zu bequem mit der Zeit werden. Wir sind uns dem Partner zu sicher und hoffen insgeheim, dass er nicht dahinter kommt, dass wir heimlich den neuen Fitnesslehrer oder die nette, blonde Mitarbeiterin aus dem Supermarkt, heiß finden. Bis dann der große Knall kommt und einer von Beiden seinem, natürlich vernachlässigten, körperlichen Grundbedürfnis außerhalb der Beziehung nachgeht.

Soll so, das Ende eurer Liebe aussehen?

Nein? Na dann hast du nun die Chance eure Liebe dauerhaft zu verbessern und einer möglichen Paartherapie zu entkommen.

Versucht euch wieder körperlich näher zu kommen. Berührt euch. Streichelt euch. Sagt euch „nette“ Dinge ins Ohr. Es dürfen natürlich auch nicht-jugendfreie Dinge sein – alles ist erlaubt!

Seid mutig und sprecht über eure Bedürfnisse. Bleibt offen für neue Techniken im Bett oder bestellt euch Ratgeber über diese Thema.

Lasst den Alltagsstress nicht über euch herrschen. Vergesst nicht, wie ihr den Anfang eurer Beziehung erlebt habt. Wie war es in dieser Zeit? Auch langweilig und öde? -sicher nicht!

Bringt also den Flair wieder in eure Beziehung, bei dem ihr nicht die Finger voneinander lassen könnt. Schiebt die Müdigkeit und die Lustlosigkeit in eurem Gehirn in die hinterste Ecke. Denn mit dem Essen kommt der Appetit. Schafft euch so viele Freiräume wie möglich! Manchmal kann auch ein „Quicky“ zwischendurch ein wahres Feuerwerk entfachen.

Und wie im ersten Tipp erwähnt, sprecht über eure Bedürfnisse beim Sex. Es ist nichts Schlimmes dabei. Findet heraus, was euch anmacht und sagt dem Partner auch wann ihr Lust auf ihn habt.

Langweilige Beziehungen kennen wir genug. Also lasst nicht zu, dass ihr genauso werdet!

Klar, kostet es ein bisschen Überwindung, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Aber es ist die beste Investition, die ihr für euch als Paar machen könnt.

Es bringt nicht nur für eure Beziehung sehr viel, es ist auch für eure körperliche und emotionale Entwicklung äußerst wichtig. Wer 2-3 mal wöchentlich Sex hat, der tut sehr viel Gutes für sein Wohlbefinden. Zudem ist Sex eine Sache, die die Beziehung stärkt und lebendiger macht. Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, dass außerdem noch Spass macht! Entweder du machst es mit deinem Partner, oder jemand Anderes wird es bald für dich tun. Also viel Spass beim praktizieren!

Angewohnheit 3

Freiraum lassen / Hobbies nachgehen / Freunde treffen

Eine Beziehung besteht aus zwei Menschen, die sich lieben. Jedoch darf man nie vergessen, dass es sich hierbei um zwei Individuen handelt. Mit unterschiedlichen Interessen, unterschiedlichen Werten und unterschiedlichen Ideen. Die Ansicht und Angewohnheit, dass man in einer Beziehung alles gemeinsam machen muss, ist erstens veraltet und zweitens nimmt es jeden Sauerstoff aus der Beziehung. Man braucht auch in der Beziehung seinen Freiraum um den Dingen nachzugehen, die nur uns selbst interessieren und uns glücklich machen. Zusammen mit dem Partner, aber trotzdem ein Individuum bleiben. Jeder mit seinem Hobby, mit seinen Intressen und mit seinem Freundeskreis. Freiraum zur Entfaltung seiner eigenen Persönlichkeit ist ein sehr wichtiger Punkt einer glücklichen und erfüllten Beziehung. Lernt zu verstehen, dass der Partner sein eigener Schöpfer ist. Er ist einzigartig und er soll es auch bleiben. Wir lernen fälschlicherweise oft, dass es bei Beziehungen nur noch ein „Wir“ gibt. Dieser Zustand ist jedoch leider auf Dauer tödlich für ein Paar. Es wird einfach ersticken, weil es keine Luft mehr für das eigene Sein hat.

Anstatt sich nur noch auf den Partner zu konzentrieren, sollte man sich in erster Linie selbst nicht verlieren. Pflegt eure Freundschaften, trefft euch getrennt mit eurem besten Freund oder Freundin. Geht euren Hobbies und Leidenschaften nach. Tut dass, was euch alleine auch glücklich macht und ausfüllt. Auch wenn dafür nur ein gewisser Zeitraum zur Verfügung steht. Dieser sollte beiden Partnern in jedem Fall gewährt werden. Auch wenn uns das, was der Partner in dieser Zeit tut, überhaupt nicht interessiert – es ist seine Art glücklich zu sein! Wir haben nicht das Recht ihm das zu verbieten. Solange die Regel und Zeiten eingehalten werden, und sich beide Partner voll und ganz ausleben können, sind die Voraussetzungen für eine langanhaltende, erfüllte Beziehung gegeben. Viele Paare sehen sich nach einer gewissen Zeit in ihrer Beziehung nicht mehr als Ganzes. Sie befinden sich in einer Partnerschaft, inder sie nur noch mit dem Partner ein Ganzes sind. Und genau aus diesem Grund ist es enorm wichtig, sich nicht als Ganzes zu verlieren. Sich immer als ein unabhängiges Individuum zu sehen und seinen eigenen Bedürfnissen Gehör schenken.

Man darf nicht in einer Sackgasse des Lebens stehen bleiben. Manchmal muss man auch mal in der Lage sein den Blick zu wenden, um eine Veränderung in der Beziehung vorzunehmen. Dies sollte jedoch schon passieren, bevor die Zeit für einen Paartherapeuten angekommen ist.

Niemand sagt, dass es einfach ist. Jedoch kann man sich einfache Regeln für die Partnerschaft setzten, die einen frischen Wind in die Beziehung bringen.

Anstatt sich einen Paartherapeuten zu leisten, empfehle ich lieber ein tolles Wochenende zu zweit, in einem Wellness-Hotel zu verbringen -ohne Handy – ohne Telekomunikation- und ohne jegliche Ablenkungen. Nur das Paar selbst. Was in dieser Zeit alles passiert, wirkt oft wahre Wunder!

Probiert es aus!

Herzlichst, eure Kordula

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